Ayurvedisch Kochen – die ayurvedische Ernährung

Chutneys, Currys und Mango Lassis – ist das alles Ayurveda? Könnt ihr euch etwas unter dem Begriff Ayurveda-Ernährung vorstellen? Nein? Dann bleibt unbedingt dran. Außerdem haben wir leckere Ayurveda-Rezepte für euch.

Die ayurvedische Ernährung ist unglaublich vielfältig und lecker. Nicht umsonst wird ihr auch noch eine medizinische Wirkung nachgesagt. Denn eins ist klar: Alles, was wir essen, spiegelt sich auch direkt in unseren Zellen und somit in unserer Gesundheit wider. Aber wie oft könnt ihr behaupten, dass das, was ihr gegessen habt, auch wirklich gut für euch ist?

Die ayurvedische Ernährung kann euch dabei helfen, gesünder zu leben. Dazu ist sie auch noch ausgesprochen abwechslungsreich und lässt sich wunderbar auf jeden einzelnen abstimmen. Kommt mit in die bunte Welt der ayurvedischen Ernährung.

Das erfahrt ihr in diesem Beitrag:

Was bedeutet der Begriff Ayurveda?

Ayurveda ist eine aus Indien und Sri Lanka stammende Lehre und bedeutet soviel wie das Wissen vom Leben. Der Begriff stammt aus dem Sanskrit und setzt sich aus den Teilen Ayus (das Leben) und veda (das Wissen) zusammen.

Die Lehre stützt sich auf die körpereigenen Energien beziehungsweise die Dosha-Typen, im Ayurveda Vata, Pitta und Kapha genannt. Jede Energie hat ihre spezifischen Eigenschaften und kann für verschiedene Krankheiten der Auslöser sein. Die ayurvedische Medizin spielt darauf ab, alle Dosha-Typen in das individuelle Gleichgewicht des Patienten zurückzubringen und Überschüsse an Energie zu reduzieren.

Zentrale Elemente der ayurvedischen Medizin sind:

  • ayurvedische Massagen und Reinigungstechniken
  • eine bestimmte ayurvedische Ernährungslehre
  • spirituelle Yogapraxis
  • und Pflanzenheilkunde 

Wie funktioniert eine ayurvedische Ernährung?

Die Ernährung spielt im Ayurveda eine entscheidende Rolle. Sie ist nicht nur dafür zuständig, den Körper zu reinigen, sondern er soll durch sie auch gestärkt und gesund werden. Nach Ayurveda gibt es bestimmte Verhaltensregeln, die zu beachten sind, um dies zu erlangen. Darauf kommen wir später noch einmal zurück.

Die ayurvedische Ernährung ist keine Diät, sondern eine Form des gesunden Lebens, abgestimmt auf die eigenen, individuellen Bedürfnisse. Und eins lässt sich gesagt sein, die ayurvedische Küche ist ganz und gar nicht langweilig!

Den Hauptbestandteil bildet frisches, saisonales Gemüse. Aber auch proteinreiche Lebensmittel wie Soja, Fisch oder Fleisch stehen auf dem Speiseplan. Erweitert wird die Ernährung durch die richtige Menge an Kohlenhydraten und gesunden Fetten. Was jetzt dazu kommt, macht die ayurvedische Küche so einzigartig: Jedes Gericht wäre nichts ohne die passenden Gewürze! Und die spielen gerade im Ayurveda eine wichtige Rolle.

Wahre Geschmacksexplosionen

Die Nahrung soll euch nicht nur satt machen, sie soll dazu auch alle Sinne erfreuen. In der ayurvedischen Ernährung unterscheidet man daher sechs Geschmacksrichtungen. Süß, salzig, sauer, scharf, bitter und herb. Die sogenannten Rasas. Jedes Lebensmittel wird einem Rasa zugeordnet und alle sechs sollten in jeder Mahlzeit harmonisch miteinander kombiniert werden.

Die sechs Geschmacksrichtungen haben eine individuelle Wirkung auf den Organismus, den Stoffwechsel und das Bewusstsein. Daher ist es wichtig, auf die richtige Kombination zu achten. Im Prinzip spricht man im Ayurveda nicht von ungesunden und gesunden Lebensmitteln, es wird eher zwischen unpassender und passender Nahrung unterschieden. Ob ein Lebensmittel passend für euch ist, wird durch die individuelle Konzeption der Doshas bestimmt. Deshalb ist es für die ayurvedische Ernährung besonders wichtig, seinen eigenen Dosha-Typen zu kennen.

In der Ayuveda Ernährung spielen einige Regeln eine große Rolle. © Shutterstock, Pikoso
Die sechs Geschmacksrichtungen sollten in jedem ayurvedischen Gericht harmonisch kombiniert werden. © Shutterstock, Pikoso

Was sind die Dosha-Typen?

Wie schon gesagt, basiert die ayurvedische Lehre auf den drei Lebensenergien, den Doshas. Jeder Mensch wird mit einer individuellen Zusammensetzung (Konstitution) dieser geboren. Im Laufe des Lebens gerät diese Konstitution durch verschiedene Einflüsse aus dem Gleichgewicht. Krankheiten, Beschwerden oder bestimmte Verhaltensweisen können die Folge sein.

Man unterscheidet zwischen drei verschiedenen Dosha-Typen:

Vata-Typ

Vata steht für das Element Luft und den Raum. Es ist verantwortlich für Atmung, Nervensystem und Bewegung. Vata steuert die Kreativität und Leichtigkeit in euch.

Vata-Typen sind äußerst kreativ, enthusiastisch und luftig. Sie lassen sich leicht für neue Themen begeistern und stecken voller Energie. Sie sind durch ihre Leichtigkeit aber auch schnell vergesslich und neigen zu unüberlegten, wechselnden Handlungen. Gerät Vata aus dem Gleichgewicht, kann es zu Schlafstörungen und Nervosität führen.

Pitta-Typ

Zu Pitta gehören die Elemente Feuer und Wasser. Es ist verantwortlich für alle Umwandlungsprozesse im Körper. Dazu gehören Verdauung, Energiegewinnung, Stoffwechsel, Hunger oder Durst. Pitta-Menschen sind körperlich und geistig sehr leistungsstark. Sie lieben sportliche Aktivitäten und Konkurrenz, sind sehr gute Redner und haben ein gutes Durchsetzungsvermögen.

Ist Pitta im Ungleichgewicht, kann es zu Wut und Entzündungen führen.

Kapha-Typ

Kapha werden die Elemente Erde und Wasser zugeordnet. Es gilt als formende Energie. Kapha gibt dem Körper Stärke und Struktur. Es ist verantwortlich für das Immunsystem und Stabilität. Mit Kapha wird die Ruhe und die Liebe gesteuert. Kapha-Menschen sind sehr liebevoll und freundlich, nichts bringt sie aus der Ruhe.

Ist das Kapha aus dem Gleichgewicht geraten, kann es zu Übergewicht, Energielosigkeit und Depressionen kommen.

Wie findet ihr euren Dosha-Typ heraus?

Anhand verschiedener Eigenschaften lässt sich schnell eine Tendenz zu einem Dosha-Typen bei euch feststellen. Um es ganz genau herauszufinden, lasst ihr am besten wird eure Dosha-Konstitution von einem ayurvedischen Arzt bestimmen. Im Internet gibt es zusätzlich noch viele verschiedene Selbsttests, die ihr machen könnt.

Vata-, Pitta-, oder Kapha-Typ. Welcher Dosha-Typ seid ihr? © Shutterstock, Marina Demidova
Die drei Dosha-Typen bilden die Grundlager des Ayurvedas. Jeder Dosha werden verschiedene Eigenschaften zugeordnet. © Shutterstock, Verock

Wie hängen die Dosha-Typen mit der Ernährung zusammen?

Die Doshas lenken alle Energien in und um uns. Sie sind auch in der Natur vertreten und lassen sich Jahres- und Tageszeiten zuordnen.

Jede Dosha herrscht zweimal täglich vor und jeder Mensch, egal welcher Konstitution er zugehörig ist, wird durch die jeweiligen Elementeigenschaften beeinflusst.

Die 10 Grundregeln der ayurvedischen Ernährung

Ayurveda hält sich zusätzlich an bestimmte Richtlinien, die für den Körper bei der Nahrungsaufnahme wichtig sind.

  1. Esst nur, wenn ihr Hunger verspürt.
  2. Esst die richtige Menge.
  3. Bevorzugt gekochte und warme Speisen.
  4. Achtet darauf, vor und zu den Mahlzeiten nicht zu viel zu trinken.
  5. Esst nur gute, hochwertig Lebensmittel.
  6. Esst in einer entspannten Atmosphäre.
  7. Achtet auf ein ausgewogenes Geschmacksgleichgewicht.
  8. Beachtet eure individuelle Nahrungsauswahl passend zu eurem Dosha-Typ und eurem Gesundheitszustand.
  9. Achtet auf regelmäßiges Essen zu bestimmten Zeiten.
  10. Achtet auf die richtige Kombination an Lebensmitteln.

Wie ihr die Doshas mit der Ernährung ausgleichen könnt

Die ayurvedische Ernährung dient immer zum Ausgleich und zur Besänftigung ausgeprägter Eigenschaften. Wenn ihr ein Ungleichgewicht besitzt, könnt ihr dieses durch die passenden Speisen wieder ausgleichen.

Vata-Ausgleich

Wärme ist für Vata besonders gut. Aber auch Feuchtigkeit, Öl und Erdigkeit. Warme, milde und frisch gekochte Speisen werden wegen der empfindlichen Verdauung am besten vertragen.

Gewürze: Kümmel, Anis, Ingwer, Fenchel und Zimt.

Pitta-Ausgleich

Das heiße, intensive Wesen des Pitta-Menschen lässt sich durch kühlende Lebensmittel zügeln. Süßes, bitteres Gemüse und Rohkost sind perfekt, um Pitta auszugleichen.

Gewürze: Kurkuma, Fenchel, Koriander, Kardamon und Gartenkräuter.

Kapha-Ausgleich

Auf dem Speiseplan für Kapha stehen entwässernde und verdauungsanregende Speisen. Als Hilfe gegen Heißhungerattacken kommen jede Menge Ballaststoffe hinzu. Um Kapha auszugleichen, solltet ihr immer auf die Menge achten, die ihr zu euch nehmt. Nahrungsmittel, die den Stoffwechsel anregen, sind besonders gut geeignet.

Gewürze: bittere Kräuter, Ingwer, Chili, Pfeffer, Kresse und Schnittlauch.

Gewürze können sich unterschiedlich auf eure Dosha-Typen auswirken. © Shutterstock, almaje
Gewürze können sich unterschiedlich auf eure Dosha-Typen auswirken. © Shutterstock, almaje

Euer ayurvedisches Kochevent – 3 leckere Ayurveda-Rezepte für zu Hause

Jetzt habt ihr so viel über die ayurvedische Ernährung gelesen, dass es an der Zeit ist, selbst den Kochlöffel zu schwingen! Wir haben für euch drei super leckere ayurvedische Rezepte zusammengestellt, die ihr ganz einfach zu Hause nachkochen könnt. Wie wäre es also mit einem Kochevent mit euren besten FreundInnen? Das Schöne: Egal, welcher Dosha-Typ ihr seid, viele der Gerichte lassen sich mit den passenden Gewürzen ergänzen und an die individuellen Bedürfnisse anpassen.

Dohsa / Chapati – Ayurvedisches Pfannenbrot

Um Suppen zu erweitern oder als leckere Beilage ist das fluffige Pfannenbrot perfekt geeignet.

Zutaten:

  • 200 g Buchweizenmehl
  • 100 g Kokosnussmilch
  • Salz, Zucker
  • Kurkumapulver

Zubereitung: Einfach alles zusammenmixen und in eine mit wenig Kokosöl benetzten Pfanne geben. Dann wie Pfannkuchen köcheln lassen, bis das Brot fester wird und von beiden Seiten backen.

Karotten Palle

(kann mit jedem Gemüse gemacht werden)

Als leckere Beilage oder als Vorspeise perfekt geeignet für ein ayurvedisches Menü.

Zutaten:

  • Kurkumapulver
  • Kümmelpulver
  • Korianderpulver
  • Korianderkörner
  • Knoblauch
  • Butter
  • Zwiebeln
  • Pfeffer, Salz

In einer Pfanne Butter und Knoblauch und Zwiebeln 2 Minuten anschwitzen. Korianderkörner und die Gewürzpulver dazu geben, damit diese durch die Röstung ihre volle Kraft entfalten. Karotten und ein bisschen Wasser hinzugeben und zum Kochen bringen. Für  5 – 10 Minuten in der Pfanne lassen. Fertig.

Ayurvedische Ernährung ist mehr als nur süße Chutneys und scharfe Currys. © Shutterstock, Tatiana Brainina
Currys sind in Indien unglaublich beliebt. Mit den richtigen Zutaten lässt sich ein Curry wunderbar an jeden Dosha-Typ anpassen. © Shutterstock Tatiana Brainina

Leichtes ayurvedisches Curry

Als Hauptgang super geeignet, lässt sich dieses Curry schnell an die jeweiligen Dosha-Typen anpassen. Einfach mit dem passenden Gemüse ergänzen oder etwas an Schärfe hinzugeben oder weglassen.

Zutaten:

  • 1 Zehe Knoblauch
  • ¼ Zwiebeln
  • etwas Butter
  • 2 große Tomaten
  • 200 g Kokosnussmilch
  • Kurkumapulver
  • Kümmelpulver
  • Korianderpulver
  • Salz
  • Lorbeerblätter
  • rote Currypaste
  • Gemüse nach Wahl (oder passend zum Dosha-Typ)

In einem Topf  Butter, Knoblauch und Zwiebeln 2 Minuten andünsten. Rote Currypaste hineingeben. Tomaten in Stücke schneiden und mit in den Topf geben. Etwas köcheln lassen. Nun das jeweilige Gemüse und die Gewürze hinzugeben. Alles mit Kokosnussmilch aufgießen und 10 – 15 Min köcheln lassen. Mit Salz abschmecken. Genießen.

Das Ayurveda Zentrum im Grand Hotel Binz

Noch mehr Ayurveda könnt ihr natürlich auch bei uns vor Ort im Grand Hotel Binz erleben. In Zusammenarbeit mit unseren ayurvedischen Ärzten könnt ihr euren Dosha-Typ bestimmen lassen und eine Ayurveda-Kur machen. Ein Beispiel wäre die Panchakarma-Kur. Denn dort könnt ihr bei einem Ostseeurlaub neue Energie tanken und euch von allem negativen befreien. Wir freuen uns auf euch!

Beitragsbild: Shutterstock, Elena Eryomenko