Kap Arkona – maritime Geschichte hautnah erleben

Habt ihr schon mal vom Kap Arkona gehört? Wenn ja, würde uns das nicht wundern, denn Kap Arkona ist als fast nördlichster Punkt Rügens einer der meistbesuchten Orte an der Ostsee. Wie viel Geschichte dahinter steht und was ihr am Kap Arkona alles erleben könnt, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Die wunderschöne Steilküste Kap Arkona ist umgeben von Geschichte, Kultur und vielen Sehenswürdigkeiten. Eingebettet in eine atemberaubende Landschaft, gibt es hier einiges zu sehen. Wir geben euch einen kleinen Einblick in den Hintergrund vom Kap Arkona. Außerdem beantworten wir die Fragen, wo man am Kap Arkona parken kann, wie das Wetter ist und wie ihr es am besten entdecken könnt.

Das erfahrt ihr in diesem Beitrag:

Was ist Kap Arkona?

Beim Kap Arkona handelt es sich um eine 43 Meter hohe Steilküste, die aus Kreide und Geschiebe­mergel besteht. Das Flächendenkmal gehört zu einem der beliebtesten Ausflugsziele Rügens. Das liegt zum einen daran, dass man von hier aus einen wunderschönen Ausblick auf die Ostsee genießen kann und zum anderen an den vielen Erlebnisangeboten am Kap Arkona. Zudem hat Kap Arkona eine mitreißende Geschichte, auf die wir später im Beitrag noch genauer eingehen.

Wo liegt Kap Arkona?

Kap Arkona liegt am fast nördlichsten Punkt auf Rügens Halbinsel Wittow. Es gehört neben dem kleinen Fischerdorf Vitt zur Gemeinde Putgarten und verzeichnet um die 800.000 Besucher im Jahr. Die Wahrscheinlichkeit für ein gutes Ausflugswetter ist hier sehr hoch. Kap Arkona zählt nämlich zu einem der sonnenreichsten Orte in ganz Deutschland.

Kap Arkona könnt ihr nicht mit dem Auto anfahren. © Shutterstock, travelpeter
Wie wäre es mit einer Kutschfahrt von Putgarten bis zum Kap Arkona? © Shutterstock, travelpeter

Wie kommt man zum Kap Arkona?

Kap Arkona soll so unberührt wie möglich bleiben und ist deshalb nicht mit dem Auto zu erreichen. Das ist aber gar kein Problem, sondern macht die Erfahrung umso schöner und entspannter. Auch wir versuchen unsere schöne Insel sauber zu halten und haben dafür das Projekt “Ohne Meer wird schwer” ins Leben gerufen.

Am Kap Arkona zu parken, ist also nicht direkt möglich, dafür könnt ihr euer Auto einfach in Putgarten abstellen. Dort gibt es sowohl für Autos als auch Camper große Parkplätze. Von hier aus könnt ihr euch zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg machen, die vielen Sehenswürdigkeiten und Aussichten zu entdecken.

Eine weitere Möglichkeit ist die Anreise mit dem Kap Arkona-Schiff von Sassnitz aus. Dort fahrt ihr entlang der Kreidefelsen und der beeindruckenden Naturlandschaft und habt nochmal einen ganz anderen Blick auf die Türme vom Kap Arkona. Mehr zu den Landschaften und Naturschutzgebieten auf Rügen, findet ihr hier. Außerdem könnt ihr mit einem kleinen Zug auf Rädern oder einer Kutsche zum Kap Arkona fahren.

Das weiße Gold von Rügen

Kap Arkona ist nicht die einzige Steilküste der Insel. Bei einem Besuch auf Rügen gehören die atemberaubenden Kreidefelsen einfach dazu. Im Nationalpark Jasmund könnt ihr die 15 Kilometer lange Küste mit den schönen Kreidefelsen entdecken. Oder vielleicht habt ihr Lust auf eine Wellnessanwendung mit Rügener Heilkreide. Mehr zu den Kreidefelsen auf Rügen erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Das kleine Fischerdorf Vitt ist perfekt für eine Erholungspause. © Shutterstock, Pawel Kazmierczak
An keinem anderen Ort könnt ihr das maritime Leben so authentisch kennenlernen wie im Fischerdorf Vitt. © Shutterstock, Pawel Kazmierczak

Was hat es mit der Geschichte vom Kap Arkona auf sich?

Bei einem Besuch am Kap Arkona gibt es einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Die weitreichende Geschichte beginnt bereits im 12. Jahrhundert und zieht sich durch das gesamte Flächendenkmal mit seinen zwei Leuchttürmen, dem Peilturm, dem Militär­bunker, dem slawischen Burgwall und natürlich dem Fischerdorf Vitt.

  1. Slawischer Burgwall Jaromarsburg:
    Die damaligen Ureinwohner der Insel Rügen waren die slawischstämmigen Ranen. Zentrum und Kultstätte der Ranen war die Jaromarsburg. Im 12. Jahrhundert wurde sie von dänischen Eroberern zerstört und viele Teile der verbliebenen Ruinen rutschten bei Felsabbrüchen in die Ostsee. Dennoch könnt ihr heute noch einen 260 Meter langen und zwölf Meter hohen Erdwall entdecken. Die beste Sicht habt ihr von der Aussichtsplattform des Peilturms aus. Dort sind auch weitere Fundstücke der Burganlage zu finden.
  2. Der Schinkelturm:
    Der alte Leuchtturm wurde bereits 1827 nach den Entwürfen von Karl Friedrich Schindler gebaut. Damit ist er mit seinen 19 Metern Höhe der zweitälteste Leuchtturm der Ostseeküste. Mit etwas Glück hat man auf der Aussichtsplattform einen Blick bis zur dänischen Insel Møn. Bis 1902 erschien sein Leuchtfeuer acht Seemeilen weit über das Meer. Heute dient er vor allem als Location für Hochzeiten.
  3. Der neue Leuchtturm:
    Als 1902 der Schinkelturm den Anforderungen der modernen Leucht­feuer­kennzeichnung nicht mehr entsprach, wurde der neue Kap Arkona Leuchtturm direkt daneben erbaut. Auf einem achteckigen Granitsockel erreicht der Turm 35 Meter und ein Orientierungslicht, das bis zu 22 Seemeilen sichtbar ist. Auch heute könnt ihr nach 175 Treppenstufen die technische Einrichtung besichtigen und einen fantastischen Ausblick genießen.
  4. Der Peilturm:
    Etwas abseits steht der dritte Turm des Kap Arkona. Der 1927 errichtete Peilturm wurde eine lange Zeit für den militärischen Seefunk genutzt. Nachdem er Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde, konnte er 1996 restauriert werden und dient seither Künstlern als Atelier. Neben wechselnden Kunstausstellungen findet ihr auch hier eine Aussichtsplattform mit einem fantastischen Blick auf die Ostsee.
  5. Militärbunker:
    Aufgrund der Lage vom Kap Arkona wurde es bis 1990 für militärische Zwecke genutzt. Zwei von diesen Bunkern könnt ihr heute besichtigen und einiges über die Geschichte der Volksmarine der DDR oder Kap Arkonas Vergangenheit erfahren. Die Bunker hätten wahrscheinlich nicht vor einem Bombenangriff geschützt, sondern dienten eher der Sicherheit bei Angriffen mit Giftgas oder vor radioaktiver Strahlung.
  6. Das Fischerdorf Vitt:
    Der märchenhafte kleine Ort Vitt steht unter Denkmalschutz und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon im 12. Jahrhundert beschäftigten sich die Menschen hier hauptsächlich mit dem Fischfang und Fischhandel. Aufgrund des authentischen Erlebnisses der maritimen Lebensweise ist es heute eines der beliebtesten Reiseziele.

Was ist ein Flächendenkmal?

Kap Arkona zählt wie bereits erwähnt zu den Flächendenkmalen. Das bedeutet, es gibt nicht ein einziges Denkmal, das geschützt werden soll. Vielmehr wird die Gesamtheit der geschichtlich und kulturell relevanten Objekte und Landschaften des Kap Arkona als Denkmalensemble zusammengefasst.

Die Natur am Kap Arkona blüht vor allem im Frühling richtig auf. © Shutterstock, canadastock
Beim Vorbeigehen an den wunderschönen Blumenwiesen habt ihr die Leuchttürme immer im Blick. © Shutterstock, canadastock

Was könnt ihr noch am Kap Arkona erleben?

Kap Arkona hat nicht nur geschichtlich viel zu bieten. Die verschiedenen Sehenswürdigkeiten lassen sich perfekt mit einer Wanderung oder Radtour verbinden. Außerdem gibt es einige Restaurants, Ausstellungen und Souvenirshops, in denen ihr euch eine Erholungspause gönnen könnt.

Wandern und Radfahren am Kap Arkona

Wusstet ihr, dass die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten am Kap Arkona ein Dreieck mit jeweils zwei Kilometern Seitenlänge bilden? Bei einer Tour durch dieses sechs Kilometer lange Dreieck habt ihr also die beste Möglichkeit, alles zu sehen.

Auf dem Weg von Putgarten zu den Leuchttürmen habt ihr diese immer im Blick. Während ihr an den Getreidefeldern vorbei geht, werden sie am Horizont immer größer. Am Leuchtturm Kap Arkona entlang geht es weiter zum Erdwall der slawischen Jaromarsburg sowie zu den Kreidefelsen bis hin zum Fischerdorf Vitt. Der letzte Weg zurück nach Putgarten ist dann durch wunderschöne Getreidefelder und Wildblumen geprägt. Weitere Wander- und Fahrradwege auf Rügen zeigen wir euch in diesem Artikel.

Restaurants am Kap Arkona

Natürlich braucht ihr zwischendurch auch mal eine Stärkung. Nur gut, dass ihr euch in einem Fischerdorf befindet, denn dort ist der Name Programm. Ihr habt eine Auswahl von verschiedenen Fischbuden und Gaststätten, in denen ihr authentisch essen und entspannen könnt. Südlich des Burgwalls könnt ihr zum Beispiel an der Veilchentreppe entlang gehen und eine Strandbar in Vitt besuchen. Oder probiert doch mal eine Köstlichkeit aus Rügens Superfood Sanddorn. Wieso Sanddorn ein echter Alleskönner ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Kap Arkona Souvenirshops

Natürlich werdet ihr auch fündig, wenn ihr ein Andenken an Rügen und Kap Arkona sucht. In vielen kleinen Lädchen findet ihr beispielsweise unser Superfood Sanddorn in Öl, Wein oder Bonbons verarbeitet. Oder vielleicht eine schöne Bernsteinkette aus der Ostsee. Mehr zum Thema Bernsteine an der Ostsee findet ihr hier.

Rügenhof in Putgarten

Der Rügenhof in Putgarten ist nicht nur für Andenken der ideale Ort, sondern auch um die Geschichte des traditionellen Handwerks und ihre Kunst hautnah zu erleben. Auf dem restaurierten Gutshof findet ihr viele Werkstätten und Läden, in denen ihr auch ganz persönliche Andenken selber herstellen könnt. Der Rügenhof bietet Einblicke in eine Kerzenwerkstatt, ein Kreativ-Mode-Atelier und eine Korbflechterei sowie einen Bernsteinladen mit Steinschleiferei. Interessierte können sogar der Entstehung der Rügener Kreidemännchen, den Maskottchen der Insel, zuschauen.

Rügen gilt als einer der sonnenreichsten Orte Deutschlands. © Shutterstock, mije_shots
Kap Arkona wird von Wind und Meer geformt und von der Sonne geküsst. © Shutterstock, mije_shots

Wetter am Kap Arkona: Was ist das Besondere?

Wie bereits erwähnt scheint die Sonne am Kap Arkona ziemlich oft. Im Jahr 2013 und 2014 war Kap Arkona mit 2030 Sonnenstunden sogar der sonnenreichste Ort in Deutschland. Ganz Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Bundesländern mit den meisten Sonnenstunden und gilt als eines der niederschlagärmsten. Perfekte Ausgangslage für einen entspannten Urlaub!

Dennoch ist Kap Arkona eine wilde Steilküste, die von den Kräften der Ostsee geformt wurde. Bis heute werden noch Teile der Küste von den Sturmfluten weggerissen. Umso wichtiger ist deshalb, vorsichtig zu sein und immer auf den gekennzeichneten Wegen zu bleiben.

Wusstet ihr, dass die Ostseeluft nicht nur erfrischend, sondern auch gut für eure Gesundheit ist? Das sogenannte Reizklima der Ostsee wirkt wie eine natürliche Inhalation auf euren Körper. Was genau es damit auf sich hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Der Frühling am Kap Arkona

Wenn ihr jetzt so richtig Lust habt, das Ganze von Nahem zu sehen, empfehlen wir euch einen Besuch im Frühling. Mit dem passenden Wetter fangen auch viele Pflanzen an zu blühen, wie die Veilchen oder Wildblumen an den schönen Wanderwegen. Spürt die gesunde Ostseeluft und erholt euch bei einem leckeren Fischbrötchen. Wir wünschen euch eine tolle Zeit am Kap Arkona!

Beitragsbild: © Shutterstock, mitchFOTO