Sanddorn: Das Superfood der Ostsee

Sanddorn hat es in sich. Die Pflanze mit ihren leuchtend orangenen Beeren ist ein echter Alleskönner, denn Sanddorn ist nicht nur gesund, sondern lindert sogar Krankheiten und schmeckt obendrein fantastisch. Kein Wunder also, dass er auch in der Genusswerkstatt im Rugard Thermal Strandhotel Einsatz findet.

Sanddorn wird auch die Zitrone des Nordens genannt, hat aber sogar noch mehr Vitamin C als die Zitrusfrucht. Und das ist nur einer der Vorteile, die der Strauch bietet. Jetzt im Herbst erstreckt sich die Beere überall an der Küste Rügens und ist bereit zur Ernte. Wofür ihr Sanddorn dann verwendet könnt und wo die Sträucher am häufigsten vorkommen, das erfahrt ihr hier!

Darum geht es in diesem Beitrag:

Was ist Sanddorn für eine Pflanze?

Sanddorn zählt zu den Ölweidengewächsen und kommt in ganz Europa vor. In Deutschland findet ihr ihn vor allem in Mecklenburg-Vorpommern an den Dünen der Ostsee. Hier bietet der sandige Boden nämlich die perfekten Bedingungen zum Wachsen! Daher kommt auch der Names des Gewächses. Sanddorn wird außerdem auch Sandbeere genannt.

Für die Landwirtschaft bietet die Pflanze den Vorteil, dass sich auf ihr kaum Schädlinge ansiedeln. Vor allem Marienkäfer, die sich auf dem Strauch besonders wohlfühlen, sorgen dafür, dass er nicht von Blattläusen angefallen wird. Die Pflanze hat außerdem eine extreme Widerstandskraft und ist damit dem Wind und dem Wetter des Nordens gewachsen. Sanddorn benötigt nicht viel. Sonne und Licht genügen ihm schon. Er ist also eine sehr unkomplizierte und pflegeleichte Pflanze. Gerade jetzt im Herbst fangen die Beeren an, in ihrem unverwechselbaren Orange zu leuchten – ein ganz klares Zeichen dafür, dass die Beere reif ist. Den Rest des Jahres ist sie eher unscheinbar, klein und hellgrün. Und in den orangenen Beeren steckt so einiges. Darunter zahlreiche Vitamine, Spurenelemente und Mineralien, die von innen und von außen wirken.

Sanddorn bevorzugt kalkhaltige Sand- und Kiesböden in sonnigen Lagen. © Shutterstock, Thorsten Schier
Sanddorn ist an seinen silbergrauen, länglichen Blätter und orangefarbenen, kleinen Früchten zu erkennen. © Shutterstock, Thorsten Schier

Woran erkennt ihr Sanddorn?

Ihr werdet den Sanddorn ganz bestimmt nicht übersehen, er kann nämlich eine Höhe von bis zu 6 Metern erreichen. Wie der Name schon verrät, ist er außerdem von Dornen geschmückt. Seine Zweige sind von kleinen Schuppen überzogen und können bronzefarben bis silbergrau erscheinen. Zwar könnt ihr die Wurzeln des Sanddorns nicht sehen, aber sie reichen gigantische 3 Meter in die Tiefe und bis zu 12 Meter in alle Richtungen. Das macht ihn unter anderem so widerstandsfähig. Ihr erkennt Sanddorn außerdem an seinen Blüten. Allerdings ist die Blütenpracht des Sanddorns nur von kurzer Dauer. Von März bis Mai werden die kleinen gelblichen Blüten sichtbar.

Wo findet ihr Sanddorn auf Rügen?

Ihr könnt Sanddorn überall auf der Insel finden, besonders aber wächst er auf den sandigen Böden an der Steilküste, und das schon seit über 200 Jahren.

Die Firma “Rügen-direkt” auf dem Rügenhof Kap Arkona betreibt eine 3,5 ha große Sanddornplantage auf der Insel. Hier werden verschiedene Sanddornsorten angebaut und von August bis Ende Dezember geerntet. Das Besondere: Ihr könnt bei der Ernte mithelfen und bei der Verarbeitung live dabei sein. Ihr könnt zum Beispiel dabei zusehen, wie die Beeren von den Zweigen gelöst- und anschließend kaltgepresst werden. Das Ergebnis: Der typische dickflüssige, orangene Sanddornsaft. Und das ist nur eines der vielen Sanddornprodukte, die hier hergestellt werden. So entsteht hier auch Nektar, Sirup Fruchtaufstriche und sogar Sanddornglühwein. Ganz nebenbei erfahrt ihr allerlei Interessantes rund um Sanddorn.

Darf man Sanddorn am Wegesrand einfach so ernten?

Wenn ihr euch fragt, ob man Sanddorn einfach so ernten darf, ist die Antwort: Es kommt drauf an. Wie ihr bereits wisst, könnt ihr euch am Kap Arkona selbst an der professionellen Ernte beteiligen und den entstandenen Sanddornsaft mit nach Hause nehmen. Sanddorn, der in der freien Natur wächst, sogenannter wilder Sanddorn, könnt ihr ebenfalls pflücken, wenn er sich nicht in einem Naturschutzgebiet befindet. Da ist er nämlich geschützt und darf nicht geerntet werden.

Sanddorn wird von Anfang August bis Anfang Dezember geerntet. © Shutterstock, ViralMind
Die Früchte des Sanddorns verfärben sich im Herbst kräftig orange. © Shutterstock, ViralMind

Wann ist die Blüte- und Erntezeit des Sanddorns?

Von März bis Mai erstrahlt die wunderschöne gelbe Blütenpracht des Sanddorns. Ungefähr zu der Zeit wachsen auch die Blätter der Pflanze. In der Zeit von Anfang August bis Anfang Dezember bringt der Sanddorn dann seine unverkennbaren ovalen, orangenen Früchte hervor, für die er so bekannt ist. Zu dieser Zeit werden sie dann auch geerntet und weiterverarbeitet. Das muss möglichst schnell geschehen, denn auch wenn die Früchte im Winter am Strauch haften bleiben, verlieren sie mit der Zeit an Aroma.

Die Ernte gestaltet sich aber oft schwierig, denn wie der Name des Sanddorns schon verrät, kann man sich an ihm auch schnell mal pieksen. Deshalb ist eine beliebte Methode zum Ernten das Abschneiden und Einfrieren ganzer Äste. Wenn die Äste einmal gefroren sind, können die Früchte ganz leicht abgeschüttelt werden – ganz ohne Verletzungsgefahr.

Habt ihr gewusst, dass der Sanddorn eine zweigeschlechtliche Pflanze ist? Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Wenn ihr Sanddorn mit Früchten seht, dann handelt es sich um eine weibliche Pflanze. Damit die Früchte aber überhaupt erst wachsen können, muss sie in der Nähe eines männlichen Sanddornstrauches stehen.

Was ist das Sanddornsterben?

Seit 2015 ist das sogenannte Sanddornsterben in Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg, Schleswig-Holstein und selbst in China ein großes Problem. Auf rätselhafte Art und Weise stirbt Sanddorn nämlich Strauch für Strauch ab und selbst Wissenschaftler haben dafür bislang keine Erklärung.

Es gab zwar die Vermutung, dass ein Pilz die Ursache ist, welcher die Gefäße des Sanddorns hinaufwandern und verstopfen würde, sodass die Pflanze keine Nährstoffe und kein Wasser mehr aufnehmen kann. Gleichzeitig sind Experten aber auch der Meinung, dass dieser Pilz nicht die Ursache für das Absterben des Strauches sein kann. Das Sanddornsterben ist nämlich an allen möglichen Standorten aufgetreten und zwar sowohl auf Plantagen als auch bei Wildbeständen. Forscher haben nun die Theorie, dass Umweltfaktoren eine Rolle spielen könnten. Die Zeiten, in denen das Sanddornsterben beobachtet wurde, waren nämlich Zeiten mit Extremwetter. Auf das Starkregenjahr 2017 folgten 2018 und 2019 zwei Jahre Dürre. Das könnte die Ursache sein. So ganz sicher ist sich da bis jetzt aber niemand. Das Ganze ist und bleibt also vorerst ein Rätsel.

Sanddorn ist ein Superfood mit vielen gesunden Inhaltsstoffen. © Shutterstock, catalina.m
Besonders im Winter stärkt Sanddorn unser Immunsystem und kann bei Erkältungen helfen. © Shutterstock, catalina.m

Was macht Sanddorn so gesund?

Wer immer gedacht hat, keine Frucht kann die Zitrone mit ihrem Vitamin C-Gehalt toppen, der hat sich geirrt. Denn Sanddorn enthält bis zu 900 mg pro 100 g von dem Vitamin und stellt die Zitrone damit in den Schatten. Zitronen kommen höchstens auf 100 mg. Wenige Teelöffel Sanddorn decken bereits den Tagesbedarf an Vitamin C.

Aber Sanddorn ist nicht nur reich an Vitamin C, er enthält auch bedeutsame Mengen an Vitamin E, Eisen, Kalzium, Magnesium und sogar Vitamin B12, was sonst fast ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt.

Sanddorn wirkt entzündungshemmend, fördert die Wundheilung und stärkt das Immunsystem, was gerade jetzt, wo es draußen kühler wird, wichtig ist. Er kann außerdem den Blutdruck und die Blutfettwerte senken sowie den Cholesterinabbau beschleunigen. Sanddorn kann zudem bei Asthma und Atemwegserkrankungen hilfreich sein. Werdenden Müttern wird er wegen seiner geballten Vitaminpower empfohlen und Kindern kann er in der Wachstumsphase als Nahrungsergänzung dienen. Daneben ist das im Sanddorn enthaltene Beta-Karotin besonders wichtig für die Haut und die Knochenentwicklung – ein echter Alleskönner also.

Wofür kann Sanddorn verwendet werden?

Aus Sanddorn kann so einiges hergestellt werden. Dazu gehören Säfte, Öle und Brotaufstriche.

Pur schmeckt Sanddorn den meisten Menschen zu sauer. Deshalb wird er mit Honig gesüßt oder auch mit Apfelsaft gemischt. Ihr könnt ihn aber auch ungesüßt erhalten. Säfte, in denen die ganze Beere verarbeitet wurden, sind ausgesprochen nährstoffreich und damit auch wertvoll.

Eine absolute Empfehlung ist auch Sanddornpulver. Was sich vielleicht erstmal nicht so besonders anhört, es aber in sich hat. In Sanddornpulver sind nämlich die wertvollen Inhaltsstoffe alle noch enthalten. Für ein Kilo Sanddornpulver werden stolze 6 bis 8 Kilo Früchte benötigt. Das Pulver könnt ihr dann zum Abschmecken von Saucen, Suppen oder auch Hauptgerichten verwenden, ihr könnt es aber auch genauso gut mit Speiseölen mischen. Weitere Möglichkeiten, wie ihr den Sanddorn genießen könnt, sind Tees, Marmeladen, Gelee, Sirup und sogar spezieller Sanddornglühwein.

Sanddorn wird auch in Körperpflegeprodukten verarbeitet. Es gibt spezielle Cremes und Öle, die mit dem Sanddornsaft versetzt wurden und auf der Haut und sogar bei Zahnfleischentzündungen eingesetzt werden können. So könnt ihr eurem Körper auch von Außen durch die Kraft des Sanddorns etwas Gutes tun.

In unserer Genusswerkstatt könnt ihr das Aroma der Zitrone des Nordens testen. © Private Palace
Als Superfood fehlt Sanddorn natürlich auch nicht in unserer Genusswerkstatt. © Private Palace

Sanddorn in der Genusswerkstatt

Die positiven Eigenschaften des Sanddorns wollte sich auch Robert Schindler, Koch der Genusswerkstatt im Rugard Thermal Strandhotel, nicht entgehen lassen. In seinem Restaurant wird der Sanddorn nicht nur dafür verwendet, um die Speisen mit noch mehr wertvollen Nährstoffen des regionalen Superfoods zu versetzen, sondern auch, um die Speisen durch den besonderen Geschmack der Sanddornbeere zu etwas ganz Besonderem werden zu lassen. Beispielsweise könnt ihr in der Genusswerkstatt Fisch genießen, der mit einem Hauch von Sanddorn eine ganz spezielle Note bekommt. Auch die Sanddornbutter ist ein wahrer Genuss. Probiert es einmal aus!

Was, wenn nicht Sanddorn?

Es gibt wohl kaum etwas, was Sanddorn nicht kann. Egal, ob ihr einfach nur die gigantisch hohen Sträucher bewundern-, hautnah bei der Ernte dabei sein- oder in der Genusswerkstatt ein ganz besonderes Geschmackserlebnis durchleben wollt – der Sanddorn kennt da keine Grenzen.

Beitragsbild: Shutterstock, Far700