Felder voller Gold – Die Rapsblüte auf Rügen

Wunderschöne Landschaften, gut geölte Maschinen und der kleine gesunde Bonus beim Kochen – Raps ist eine vielseitige Pflanze, die ordentlich was auf dem Kasten hat. Damit ihr wie geschmiert angeben könnt, haben wir hier alle Fakten dazu für euch parat!

Stellt euch vor, auf einem Spaziergang durch die Natur steht ihr auf einmal vor einem Feld, das in einem sonnengeküssten Gelb erstrahlt. Dann seid ihr nicht etwa gestolpert und habt versehentlich direkt in die Sonne gesehen, sondern erlebt gerade die schöne Pracht der Rapsblüten hautnah!

Raps ist aber nicht nur für seine schönen Blüten bekannt, sondern hat noch weitere Besonderheiten in Petto, die wir euch in diesem Beitrag zeigen. Und wenn ihr euch nicht nur in Gedanken vor die atemberaubende Rapslandschaft stellen, sondern lieber selbst am Raps schnuppern wollt, dann solltet ihr euch die Rapsblüte auf der Insel Rügen auf keinen Fall entgehen lassen!

Das erfahrt ihr in diesem Beitrag:

Ist Raps ein Getreide?

Wer an Raps denkt, hat vermutlich zuerst das Rapsöl im Kopf. Allerdings wird die rapsgelbe Ölpflanze auf denselben Feldern wie auch Weizen angebaut, was die Frage nahelegt, ob es sich dabei nun um ein Getreide handelt oder nicht. Zwar gilt, dass ein guter Boden für Weizen auch ein optimaler Boden für Raps ist, aber tatsächlich handelt es sich bei der gelben Blüte nicht um Getreide. Doch woran liegt das?

Das ist ganz einfach, denn was zu Getreide zählt und was nicht ist abhängig von speziellen Eigenschaften, die Pflanzen aufweisen müssen. Zum Getreide zählen also nur diejenigen Nutzpflanzen, dessen Körner einen stärke- sowie eiweißhaltigen Mehlkörper enthalten, um schlussendlich Mehl daraus herstellen zu können. Die gelbe Rapsblüte dagegen zählt zur Familie der Kreuzblütengewächse und in dieser zur Gattung Kohl.

Ein Mähdrescher, der über ein Rapsfeld fährt und die verbleibenden Pflanzen erntet. © Adobe Stock, Kletr
Mit dem Mährescher wird die Spreu vom Raps getrennt. © Adobe Stock, Kletr

Wann blüht Raps?

Da bei Raps zwischen Sommer- und Winterraps unterschieden wird, ist die Frage nach der Blütezeit nicht eindeutig zu beantworten. Während der in Deutschland hauptsächlich angebaute Winterraps bereits im August auf den Feldern landet und dann im April zu blühen beginnt, wird Sommerraps meistens erst im Februar ausgesät und beginnt mit der Blüte ab Mai.

Bleiben wir mal beim Winterraps, denn dieser ist nicht nur hauptsächlich auf den Feldern Deutschlands zu finden, sondern kommt auch mit einigen Besonderheiten daher. So hält der Raps in den kalten Jahreszeiten eine Art Winterschlaf, in welchem das Wachstum komplett auf Eis gelegt wird. Auch seine bereits gewachsenen Blätter legt er dann flach auf dem Boden ab, um sich so möglichst vor der Kälte zu schützen.

Der Raps benötigt diesen Winterschlaf, um am Ende voll blühen zu können. Dieser Prozess, bei dem die Nutzpflanze der Kälte ausgesetzt wird, nennt man Vernalisation. Danach wird die Rapspflanze im Frühjahr mit Stickstoff gedüngt, um ein kräftiges Wachstum der Kohlpflanze zu fördern. Weil Raps für Bienen eine wichtige Nahrungsquelle darstellt, gleichzeitig jedoch ein Schädlingsbefall verhindert werden muss, kommen zusätzlich bienenfreundliche Pflanzenschutzmittel zum Einsatz.

Und wann wird Raps geerntet? Sobald die Blütezeit erreicht ist, stellt der Raps seine wunderschöne Blütenpracht knapp vier Wochen lang zur Schau. Danach verändert sich das Äußere der Nutzpflanze nach und nach, bis im Juli nur noch bräunliche Schoten zurückbleiben, in denen die für die Weiterverarbeitung wichtigen Samen enthalten sind. Diese werden dann von den Bauern geerntet und direkt in den Mähdreschern von ihrer Hülle getrennt. Die Samen werden mitgenommen, während der Rest der Pflanze auf dem Feld verbleibt und als eine Art Dünger den Boden für die nächste Saat bereitet.

Was wird aus Raps gemacht?

Ihr wisst nun also, wie Raps angebaut wird und dass am Ende die Samen zur Weiterverarbeitung genutzt werden. Doch was wird daraus eigentlich genau hergestellt?

  • Speiseöl
    Das wohl bekannteste Produkt, das aus Raps hergestellt wird, ist Rapsöl. Das vielseitige Speiseöl ist bestens zum Kochen, Backen, Braten und auch für Dressings geeignet. Zusätzlich wird das Öl in Produkten wie Margarinen, Backwaren, Brotaufstrichen, Fertiggerichten und vielen weiteren Lebensmitteln verwendet.
  • Rapsmehl
    Obwohl Raps kein Getreide ist und hauptsächlich zur Ölproduktion eingesetzt wird, gibt es trotzdem auch Rapsmehl! Dieses wird aus den Resten, die beim Prozess der Ölherstellung zurückbleiben, gewonnen und kann ganz normal zum Backen verwendet werden.
  • Kraftstoff (Biodiesel)
    Nicht nur zum Kochen ist das Rapsöl bestens geeignet, sondern auch als Kraftstoff zeigt es sich von der besten Seite. So kommt es bei der Produktion von Biodiesel zum Einsatz.
  • Schmiermittel
    Egal, ob Kettensäge oder die Hydraulik eines Baggers, überall braucht es Schmiermittel, um bestimmte Geräte richtig nutzen zu können. Und hier kommt der Raps ins Spiel, denn dieser kann auch super als Bio-Schmierstoff eingesetzt werden und ist nebenbei noch biologisch abbaubar.
  • Kosmetikprodukte
    Neben dem Speiseöl, das direkt aus den Rapssamen extrahiert wird, gibt es noch das Raps Keimöl aus den Keimlingen der Pflanze. Dieses findet aufgrund seiner nährenden Eigenschaften Anwendung in diversen Kosmetika, von Hautpflegeprodukten bis hin zu Massageölen. Es soll Feuchtigkeit spenden, die Hautbarriere unterstützen und eine beruhigende Wirkung auf die Haut haben.
  • Futtermittel für Tiere
    Nachdem das Öl aus der Rapsernte extrahiert wurde, bleiben ein eiweißreicher Rapskuchen und Rapsextraktionsschrot über. Während einige daraus tatsächlich Mehl herstellen, werden diese Reste jedoch hauptsächlich an Rinder, Schweine und Geflügel verfüttert.
Zwei Ölflaschen mit Rapsöl gefüllt, die auf einem Tisch vor einem Rapsfeld stehen. Auf dem Tisch liegen Rapssträucher. © Adobe Stock, bondvit
Rapsöl ist nicht nur gut zum Kochen, sondern auch gesund! © Adobe Stock, bondvit

Ist Rapsöl gesund?

Da Rapsöl gerade im privaten Gebrauch und in der Küche häufig Anwendung findet, stellt sich die Frage, wie gesund das Öl eigentlich ist. Und die Antwort wird euch freuen, denn Rapsöl ist tatsächlich ziemlich gut für euch! Dank vieler ungesättigten Fettsäuren, wie den Omega-3 und Omega-6 Varianten, tut ihr eurem Herz-Kreislauf einen guten Gefallen. Wie bei allen schönen Dingen im Leben empfiehlt sich auch hier ein Genuss in Maßen, da Rapsöl nicht nur viele Kalorien hat, sondern schon ein Esslöffel ausreicht, um den Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken. Also ja, Rapsöl ist gesund, aber nur, wenn ihr es nicht übertreibt.

Die im Öl enthaltenen Phytosterine sind besonders im Hinblick auf einen erhöhten Cholesterinspiegel spannend, da sie diesen senken können. Und ein weiterer Bonus ist das enthaltene Vitamin E, welches den Körper entgiftet und so die Abwehrkräfte stärkt. Allerdings solltet ihr aufpassen, denn zwar ist Rapsöl gesund, doch es sollte beim Braten nicht zu stark erhitzt werden, da ansonsten ungesunde Transfettsäuren entstehen können. Grob gilt: Wenn es raucht, war es zu heiß!

Wo kommt Raps her?

Mittlerweile ist Raps in Deutschland sehr weit verbreitet, doch woher kommt die kultige Ölpflanze überhaupt? Ursprünglich stammt Raps aus dem östlichen Mittelmeerraum, wo es zur Herstellung von Lampen- und Speiseöl verwendet wurde. Auch die Römer sahen den großen Nutzen der Pflanze und importierten sie in ihr eigenes Reich.

Ab dem 16. Jahrhundert etablierte sich der Raps dann als wichtigste Ölfrucht im europäischen Raum, vor allem im Norden Deutschlands und in den Niederlanden. Im restlichen Deutschland wurde statt Raps vorwiegend Rübsen angebaut, der zwar eng mit dem Raps verwandt ist, dafür aber weniger Ertrag einbrachte.

Während der Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts stieg mit dem erhöhten Bedarf an Industrieölen auch die Rapsnachfrage deutlich an. Allerdings hielt sich dieser Boom nicht lange, denn durch preiswertes Erdöl sowie dem günstigen Import von anderen Ölen sank die Nachfrage wieder deutlich. Erst seit den 1970er Jahren widmet man sich wieder dem Rapsanbau in Deutschland im großen Maße.

Das Rapsfeld in Rügen, wie es in voller Blüte steht. Ein Wanderweg führt dort hindurch. © Adobe Stock, fotopawel.de
So sieht die Rapsblüte auf Rügen aus. © Adobe Stock, fotopawel.de

Wann blüht Raps auf Rügen?

Wenn ihr nun neugierig geworden seid und selbst einmal die gelben Weiten der Rapsfelder bestaunen wollt, solltet ihr einen Abstecher auf die Insel Rügen machen! Denn bereits im Mai entfalten die Ölpflanzen hier ihre volle Schönheit und bieten euch einen Anblick, den ihr super mit einem Spaziergang durch den Wald oder einem Besuch der Kreidefelsen kombinieren könnt.

Für einen entspannten Aufenthalt könnt ihr euch beispielsweise ein Zimmer im Rugard Thermal Strandhotel buchen und nach eurem Ausflug zu den Rapsfeldern im hauseigenen Spa abschalten. Oder ihr zieht euch ins Arkona Strandhotel zurück und genehmigt euch am Abend eine ausgiebige Mahlzeit im Restaurant ROSSINI oder dem Bootshaus Binz. Also, die Insel Rügen ruft und wir freuen uns auf euch!

Beitragsbild: © Adobe Stock, textag